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    Punk's not dead

    Die obigen Textzeilen stammen aus dem Jahre 1981. Nach so langer Zeit wird man etwas altersmilde und würde möglicherweise eine andere Formulierung wählen – aber dem Gedanken kann man nach wie vor zustimmen. Umso erfreulicher ist deshalb, dass in Europa die zarte Knospe der Europaphilie wieder erwacht, was sich auch in den jüngst enttäuschenden Wahlergebnissen europafeindlicher Parteien widerspiegelt. Man sollte allerdings nicht zu euphorisch ein Ende intellektuell ungefilterter Aussagen in sozialen Netzwerken herbeisehnen - aber zumindest darf man darauf hoffen, dass auch hochrangige Politiker den Unterschied zwischen alternativen Fakten und faktischen Alternativen verstehen lernen. Somit widmen wir diesen Newsletter mal wieder der Politik und explizit der Entwicklung in Europa in der Erwartung einer anhaltenden Dominanz politischer Themen in 2017. Außerdem zeigen wir, wie aus Quanto-CDS und Definitionen-Spreads (der neuesten Spielwiese im CDS-Markt) implizite Abwertungserwartungen europäischer Mitgliedsländer nach einem Austritt abgeleitet werden können. Ganz ohne eine Diskussion der Trump‘schen Denkfabrik kommt auch dieser Newsletter nicht aus: Dieses Mal gehen wir auf die Idee der Destination-Based Cash Flow Tax ein. Im Gegensatz zum politischen Tagesgeschäft wenden uns also sachlichen Argumenten zu – ganz nach dem Motto „we refuse to hear their lie“.

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    Every second counts

    Der lange Abstand zum letzten Newsletter ist der Fassungslosigkeit des Autors hinsichtlich der jüngsten politischen Entwicklungen geschuldet. Nachdem die Fassung langsam zurückkehrt, wollen wir diese Ausgabe dazu verwenden, die Geschehnisse geistig und emotional zu verarbeiten. Auch wenn 2016 trotz unerwarteter Ereignisse meist langweilig, wenig liquide und dominiert durch den homo irrationalis war (also eigentlich alles wie immer), legen die jüngsten politischen Entwicklungen jedoch nahe, dass 2017 anders werden könnte. Hierbei sehen wir vier Entwicklungen im Mittelpunkt: Die langfristigen Folgen der Trumpeltier-Politik, die politischen Herausforderungen in der EU, die Zinswende in den USA sowie die Entwicklung an den Kreditmärkten, wobei wir letztere als entscheidendes Marktsegment in der nächsten Phase des Zyklus erachten. „The years gone by can't be replaced …” – das könnte die sich durchsetzende Erkenntnis im Anschluss an die Trump-Euphorie sein. Wir empfehlen bayrische Gelassenheit in 2017 und stellen unser Jahr unter das Motto: „Make Bavaria great again!“

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    Devil in Disguise

    Die Spekulation auf eine Ausweitung des Kaufprogramms der EZB ist aktuell der entscheidende Faktor für die Finanzmärkte. Und die EZB nimmt auf diesen eine immer entscheidendere Rolle ein. Deshalb widmen wir uns hier nochmal den teilweise abstrusen Entwicklungen in der Geldpolitik, um uns dann der spannenden Frage zuzuwenden, welche Folgen die aktuelle Popularität protektionistischer Maßnahmen haben kann. Unserer Meinung nach liegt die größte Gefahr in den Märkten weiterhin in den Ausschweifungen der Zentralbanken. Hier wiederum erwarten immer mehr Marktteilnehmer bis Ende des Jahres die Verkündigung „neuer“ Instrumente von Seiten der EZB. Ein Ende der ultralockeren Geldpolitik oder sogar schon einen Stagnation auf hohem Niveau würde indes einen starken Anstieg der Risikoprämien nach sich ziehen. Die EZB ist also so etwas wie der Devil in Disguise: „You fooled me with your kisses…”

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    I think we're alone now

    Auf den ersten Blick herrschte während der Sommermonate eine furchtbare Langeweile an den Märkten. Bei genauerem Hinschauen jedoch haben sich durchaus interessante Entwicklungen manifes-tiert. Eine davon ist die anhaltende Konvergenz aller Asset-Klassen, die für eine erhöhte Ansteckungsgefahr im Krisenfall spricht. Das zentrale Risiko besteht natürlich in einer Abkehr von der Nullzinspolitik – eine Vorstellung, die aktuell eher abstrus erscheint. Aber schon leichte Signale in diese Richtung (Fed signalisiert frühere Zinserhöhung und die EZB beschließt keine Ausweitung des Stimulus-Pakets) führen zu starken Bewegungen an den Märkten. Wir bleiben deshalb sehr zuversichtlich, dass der Herbst bei Weitem spannender verlaufen wird als die Sommermonate. Und spätestens dann wird die EZB feststellen, dass sie aktuell ziemlich alleine am Kreditmarkt ist und ihr möglicherweise diese brillanten Textzeilen dazu einfallen: „I think we‘re alone now ...!“

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    Blister in the Sun

    Großbritannien verabschiedet sich von der EU, in der Türkei wird geputscht und die italienische Bankenkrise steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Und die Finanzmärkte bleiben vollkommen unbeein-druckt. Diese Situation darf man durchaus als irritierend wahrneh-men, obwohl es einen relativ einfachen Grund dafür gibt: die EZB. Sie setzt nicht nur ihr erweitertes Kaufprogramm zügig um, sondern liebäugelt sogar mit der Idee des Helikoptergeldes. Somit kommen wir zu der Überzeugung, dass die steigenden fundamentalen und geopolitischen Risiken nicht adäquat in den aktuellen Risikoprämien reflektiert werden, sprich: Die Finanzmärkte (damit meinen wir fast alle) sind überbewertet. Wir denken nicht, dass sich die obigen Risiken in der kurzen Frist materialisieren werden, aber einem relativ langweiligen Sommer könnte ein heißer Herbst folgen. Die größte Gefahr in diesem Sommer sehen wir also eher in zu viel UV-Strahlung und wünschen allen Lesern, dass sie von „blisters in the sun“ verschont bleiben.

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